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Der Regisseur Christoph Kühn über seinen Film

» In meinem Film über Nicolas Bouvier hegt der Protagonist in Kabul, wo er von seinem heiratslustigen Freund und langjährigen Reisegefährten verlassen wurde, den Gedanken abzutauchen. "Ich hatte nicht übel Lust, mein Leben in die Irre gehen zu lassen, in einem dieser Winkel von Zentralasien. Ich liebte dieses Land". Und tatsächlich taucht er dann auch für eine Zeitlang ab.

Eigenartigerweise kommen mir immer diese schon fast fatalistischen Sätze in den Sinn, wenn ich an Bruno Manser denke, der seit sieben Jahren im Dschungel Borneos verschollen ist. Obwohl die Lebensumstände des Basler Umweltschützers im Moment seines Verschwindens ganz andere waren als die des Genfer Reisenden in Afghanistan, spüre ich bei beiden diese extreme Bereitschaft, an die eigenen Grenzen oder – anders gesagt – bis ans Ende der Welt zu gehen, um bei sich anzukommen.

Ich hatte Manser in den 90-er Jahren während den Dreharbeiten eines kurzen Fernsehbeitrages kennen gelernt und war sehr verblüfft, nach der Arbeit einem Romantiker zu begegnen, der mit dem Bild des radikalen Aktivisten und Menschenrechtlers, das er vor laufender Kamera von sich gab, kaum zu vereinen war. Da drang etwas ganz Reines durch, das er wie ein Kleinod in sich hegte und pflegte und mich nachhaltig berührte.

Je mehr ich mit den Menschen redete, die ihm hierzulande nahe standen, umso mehr ärgerte mich die Einseitigkeit, mit der man ihn wahrnahm und als Berufs-Agitator schubladisierte. Je intensiver ich jedoch die Tagebücher studierte und die Zeichnungen, Fotos und Filme aus dem Urwald sichtete, umso klarer wurde es mir, dass ich den Träumer und Utopisten nur im Dschungel Borneos richtig erfassen würde, der Manser so magisch angezogen hatte, wo er seine spirituelle Kraft bezog und höchstwahrscheinlich seine ewige Ruhe fand. «

Christoph Kühn


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